Amphibolit: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 26. April 2020, 11:09 Uhr

Amphibolit
Gestein Granat-Amphibolit ohne ohne 01 oM.png
Geogenese
Gesteinsgruppe

Metamorphite

Typische Fundorte, Typlokalität In Europa in den mittleren und östlichen Alpen, in Kalabrien (Italien), im Schwarzwald, Odenwald, Bayerischen Wald und Erzgebirge.
Mineralbestand
Hauptgemengteile

Amphibol (Hornblende), Plagioklas (Andesin oder noch Ca-reicher)

Nebengemengteile

Biotit, Chlorit, Granat, Epidot, Zoisit, Titanit

Physikalische Eigenschaften
Dichte [g/cm³]

2,75-3,15

Farbe

grau, graugrün bis dunkelgrün, grün-schwarz


Der Name Amphibolit kommt vom griechischen Wort amphibolos, was so viel wie „zweideutig“ oder „unbestimmt“ bedeutet und begründet sich auf dem sehr vielfältigen Chemismus von Amphibolen. Der weltweit vorkommende Amphibolit kann als basisches, dunkles Gegenstück zum hellen Orthogneis betrachtet werden. Er besteht zu mehr als 30% aus Amphibol (Hornblende) und insgesamt zu mehr als 75% aus Amphibol und Plagioklas zusammen.

Gefüge, Struktur und Textur

Das Gefüge ist massig und kann fein- bis grobkörnig sein. Einzelne Kristalle, die sogenannten Porphyroblasten, sind häufig größer als die Grundmasse. Meist sind dies Plagioklase, die dann als weiße bis gelbliche Flecken hervortreten. Die Hornblende kann gedrungen oder auch nadelig bis säulig ausgeprägt sein, außerdem verfügen viele Amphibolite über eine Lagentextur, die ihnen ein gebändertes Aussehen verleiht.

Entstehung

Amphibolit entsteht durch die Metamorphose kieselsäurearmer Gesteine (z.B. Gabbro, Basalt, Diabas) oder auch Mergel infolge großer Drücke und hoher Temperaturen mit mittlerem Metamorphosegrad und wird daher der Amphibolit-Fazies zugeordnet. Genetisch mit Amphibolit verwandt ist Eklogit.

Erscheinungformen

Die Amphibole sind grün, braun oder schwarz. Damit werden blaue Natrium-Amphibole und somit Gesteine der Blauschiefer-Fazies ausgeschlossen.

Klassifikation

Zusammensetzung

Fundorte

Erwähnenswerte Vorkommen in Europa gibt es in den mittleren und östlichen Alpen, in Kalabrien (Italien), im Schwarzwald, Odenwald, Spessart, Fichtelgebirge, Erzgebirge, und Bayerischen Wald. Desweiteren kommt er in Frankreich, England und Norwegen vor.

Verwendung

Amphibolite besitzen eine große Festigkeit und sind wetterbeständig. Sie finden Verwendung als Bruchschotter und sind insgesamt für hohe Beanspruchung, z.B. als Eisenbahnschotter und Straßenbaustoff geeignet. Spaltbare Sorten werden auch für Boden- und Dekorplatten genutzt.

Besonderheiten

Weiterführende Literatur

Referenzen

  • Maresch, W., Schertl, H.-P., Medenbach, O. Gesteine. Systematik, Bestimmung, Entstehung. 3. Aufl. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung. Stuttgart, 2016.
  • Rothe, P. Gesteine. Entstehung – Zerstörung – Umbildung. 3. Aufl. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Darmstadt, 2010.
  • Schumann, W. Der große BLV Steine- und Mineralienführer. Das Standardwerk. 9. Aufl. BLV Bucherverlag GmbH&Co. KG. München, 2013.
  • Schumann, W. Mineralien & Gesteine. 15. Aufl. BLV Bucherverlag GmbH&Co. KG. München, 2012.

AutorInnen

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Dieser Artikel wurde erstellt von:
Friedericke Knauss, Simon Prochaska, Julia Holzmüller