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Aufnahme eines geologischen Profils (Kartierung)

Geologische Profile (geological cross sections) sind eine unabdingbare Ergänzung zur geologischen Karte (geological maps). Beides zusammen zeigt die detaillierte zeitliche Abfolge von Gesteinsschichten, sowie die räumliche Anordnung von Gesteinskörpern (geological units), Störungen (faults) und anderen geologischen Strukturen.
Bei der Aufnahme eines geologischen Profils braucht man einen Geologenhammer (geologist hammer), langes Maßband, Salzsäure, Handlupe (hand lens), Bleistifte, Radiergummi, Geodreieck, Feldbuch (field book) und Zeichenblätter.



Inhaltsverzeichnis

Erstellung eines geologischen Profils

Die Herstellung eines geologischen Profils beinhaltet folgende Schritte:

  1. Vorbereitung einer maßstabsgetreuen Skizze, mit der Länge des Profils, der ungefähren Oberflächenlinie (Verwitterungsprofile (weathering profile)) sowie Beschriftung durch Maßstab, Himmelsrichtungen und geographische Anhaltspunkte im Gelände (wie Einmündung eines Weges, Bachgabelung, Steg, Prallhang, Wasserfall oder einen dicken Baum), um die Nachvollziehbarkeit des Profils zu gewährleisten,
  2. Bestimmung des Streichens (strike) und Fallens (dip) der Schichten, die im vorbereiteten Profil skizziert oder notiert werden. Falls sich die Orientierung der Schichten oder Strukturen, wie Falten (folds) oder Störungen (faults), auffallen ebenfalls im Profil (cross section) eintragen.
  3. Beginn die Mächtigkeitmessung des Profils senkrecht zum Streichen (strike), dabei Beschreibungder unterschiedlichen Gesteine/Schichtglieder im Feldbuch (wie viele petrographisch verschiedene lassen sich erkennen?). Darstellung dieser mit der jeweiligen Gesteinssignatur (siehe Gesteinsbeschreibung) sowie sinnvolle Nummerierung zur Verknüpfung des entsprechenden Profilabschnittes mit den Erläuterungen im Feldbuch.
  4. Markierung der tatsächlich aufgeschlossenen Profilabschnitte sowie der durch Vegetation oder Quartär (Geschiebemergel, Rutschmassen etc.) bedeckten.


Das im Gelände skizierte Profil wird im Anschluss ins Reine gezeichnet, hierbei müssen unbedingt die dafür vorgesehenen Formatvorlagen berücksichtigt werden. Prinzipiell gibt es 2 unterschiedliche Möglichkeiten, ein geologisch-sedimentologisches Detailprofil darzustellen und zwar als Säulen- oder Verwitterungsprofil.

Geologischer Profilschnitt (gelogical cross section)

 
Verwitterungsprofile (Erstellt von A. Mazon 2018)

Als geologisches Profil (geological cross section) bezeichnet man einen Querschnitt durch die oberen Schichten der Erdkruste, in welchem die Gesteins-Abfolge sowie tektonische oder anderweitige Strukturen der Abfolge dargestellt sind. Der Maßstab der Darstellung ist abhängig von ihrem Zweck, bei tektonisch verstellten und gestörten Abfolgen ist eine vertikale Überhöhung meistens nicht sinnvoll, da die Einfallwinkel (dip) dadurch verfälscht werden.
Oberflächenmorphologie des Geländes spiegelt dabei die unterschiedlichen Festigkeiten der einzelnen Schichten wider, weshalb man auch von einem Verwitterungsprofil (weathering profile) spricht.

Säulenprofil

Im Säulenprofil werden die Gesteinsschichten in der wahren Mächtigkeit übereinander gestapelt und das tatsächliche Einfallen nicht dargestellt. Bei sedimentären Abfolgen kann die Länge der jeweiligen Gesteinsschicht dabei abhängig von der Korngröße dargestellt werden, z.B. wie in dieser Vorlage.

 
Säulenprofil (Erstellt von A. Mazon 2018)