Chagrin

Aus GEOWiki@LMU
Version vom 19. November 2020, 03:28 Uhr von Philipp (Diskussion | Beiträge) (Literatur)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu:Navigation, Suche

Durch Unebenheiten der Mineraloberfläche werden Lichtstrahlen an diesem Mikrorelief gebrochen bzw. reflektiert, wenn der Kristall höher oder niedriger brechend als das Einbettungsmedium (meist Kunstharz, n≈1.54) ist. Das Mineral zeigt eine raue Oberfläche (Chagrin = frz. Genarbtes Leder). Das Chagrin wird intensiver, je größer der Unterschied der Brechzahl des Minerals zur Brechzahl des Einbettungsmediums ist.

Praktische Tipps

Um das Chagrin besser sichtbar zu machen, kannst du die Aperturblende schließen. Verwende ein stark vergrößerndes Objektiv.

Vorsicht ist bei polierten, nicht abgedeckten Schliffen geboten, die für die Analyse mittels Mikrosonde oder REM gedacht sind. Hier ist das Chagrin geringer.

Das Chagrin kann auch höher als erwartet sein, wenn die Minerale viele Fluideinschlüsse aufweisen.

Mineralbeispiele

Fluorit hat eine besonders niedrige Lichtbrechung und hohes Chagrin. Ein Mineral mit besonders hoher Lichtbrechung und starkem Chagrin ist z.B. Granat.

Literatur

  • Raith, M.M., Raase, P., Reinhardt, J. (2011): Leitfaden zur Dünnschliffmikroskopie
  • Stosch, H.-G. (2009): Skript zur Kristalloptik II – Mineralmikroskopie

AutorInnen

Maxl Autor.png
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Paula Dörfler, Theresa Mond