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Dolomit (Gestein)


Dolomitstein (Namensgebung durch den französischen Geologen Dolomieu) ist ein monomineralisches Gestein welches hauptsächlich aus dem gleichnamigen Mineral Dolomit besteht. Dolomitstein tritt entweder schichtgebunden im Wechsel mit dem sehr ähnlichen Kalkstein auf, ist in Kalkstein eingelagert, oder bildet für sich ein massives Vorkommen wie in den Dolomiten Südtirols.

Dolomit (Gestein)
Geogenese
Gesteinsgruppe

Sedimente

Typische Fundorte, Typlokalität Weltweit, in Europa in Form mächtiger Gesteinskörper in den Nord- und Südalpen, Fränkische Alp, Eifel und Thüringen
Mineralbestand
Hauptgemengteile

Dolomit

Nebengemengteile

Calcit, Tonminerale, Quarz, Pyrit, Markasit

Physikalische Eigenschaften
Dichte [g/cm³]

2,4-2,9

Farbe

Farblos, weiß, durch Verunreinigungen gelblich bis bräunlich und weist häufig einen „zuckerkörniger Glanz“ auf.

Inhaltsverzeichnis

Gefüge, Struktur und Textur.

Dolomitsteine sind in Bezug auf Gefüge, Struktur und Korngröße den Kalksteinen sehr ähnlich. Das Gestein weist normalerweise keine Feinschichtung auf und zeigt eine feine- bis grobe Körnung. Aufgrund der Volumenverminderung durch die Dolomitisierung ist Dolomitstein meist poröser und weniger reich an gut erhaltenen Fossilien als Kalkstein.

Entstehung

Der Prozess der Dolomitisierung beschreibt die partielle Substituition von Calcium durch Magnesium in Calcit bzw. Aragonit. Dabei wird zwischen der Früh- und Spätdiagenetischer Dolomitisierung unterschieden. Anders als die Spätdiagenetische Dolomitisierung findet die Frühdiagenetische sukzessiv bereits vor der Sedimentation und Verfestigung der Gesteinsschichten statt. Der Dolomitstein bildet somit eine eigene Schicht in einer Abfolge von begleitenden Sedimentgesteinen. Spätdiagenetischer Dolomit entsteht durch das Eindringen von Mg-haltigen Porenwasser in den Kalkstein und durchschneidet die vorhandenen primären Sedimentstrukturen.

Erscheinungformen

Spätdiagenetischer ist sehr viel häufiger als Frühdiagenetischer Dolomitstein. So sind die mächtigen, landschaftsprägenden Gesteinskörper zumeist spätdiagenetisch entstanden. In den Dolomitschichten finden sich kaum intakte Fossilien, da diese durch den Prozess der Dolomitisierung und die damit einhergehende Volumenverminderung, um ca. 10%, zerstört werden. Abgesehen davon lässt sich Dolomitstein auf den ersten Blick nur schwer von Kalkstein unterscheiden.

Klassifikation

Zusammensetzung

Dolomitstein besteht über 90% aus Dolomit (CaMg[CO₃]₂). Bei geringerer Konzentration spricht man von Kalkigen Dolomit (50-90%), oder Dolomitischem Kalkstein (10-50%). Nebengemengeanteile sind vor allem Calcit mit geringen Beimengungen von Tonmineralen, Quarz, Pyrit oder Markasit.

Fundorte

Dolomitstein kommt weltweit vor. Besonders bekannt sind die Dolomiten Südtirols, welchen das Gestein ihren Namen gab. Weitere landschaftsprägende Vorkommen in Europa sind Teile der nördlichen und südlichen Kalkalpen, die fränkische und schwäbische Jura, die Eifel sowie in Thüringen.

Verwendung

Dolomitstein wird als Straßenschotter, Werkstein oder Baustein verwendet. Außerdem sind dolomitisch geprägte Sedimentschichten aufgrund ihrer Porosität gut als Erdöllagerstätten geeignet.

Besonderheiten

Im Gelände unterscheidet sich Dolomit- vom ähnlichen Kalkstein vor allem durch die viel geringere Reaktivtät auf kalte verdünnte Salzsäure.


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Referenzen

  • Maresch, W., Schertl, H.-P., Medenbach, O. Gesteine. Systematik, Bestimmung, Entstehung. 3. Aufl. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung. Stuttgart, 2016.
  • Markl,G. Minerale und Gesteine. Mineralogie - Petrologie - Geochemie. 3. Aufl. Springer Verlag. Berlin, 2015.
  • Rothe, P. Gesteine. Entstehung – Zerstörung – Umbildung. 3. Aufl. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Darmstadt, 2010.
  • Schumann, W. Der große BLV Steine- und Mineralienführer. Das Standardwerk. 9. Aufl. BLV Bucherverlag GmbH&Co. KG. München, 2013.
  • Schumann, W. Mineralien & Gesteine. 15. Aufl. BLV Bucherverlag GmbH&Co. KG. München, 2012.
  • Vinx, R. Gesteinsbestimmung im Gelände. 2. Aufl. Springer Verlag. Berlin. 2008.

Weitere Informationen und Literatur


Autor:innen

Dieser Artikel wurde erstellt von:
Florian Backsen