Hauptmenü öffnen

GEOWiki@LMU β

Erste Schritte am Mikroskop

In den Geowissenschaften ist die Polarisationsmikroskopie eine der wichtigsten Standardmethoden zur optischen Analyse von Mineralbestand und Textur. In diesem Artikel sind die ersten Schritte bei der Arbeit am Polarisationsmikroskop zusammengefasst. Erst wenn das Mikroskop korrekt eingestellt ist, kann begonnen werden, die mineralogische Zusammensetzung der Probe anhand charakteristischer Eigenschaften zu bestimmen. Eine detaillierte Anleitung zum Gang einer Mineralbestimmung, sowie eine Erklärung zum Aufbau eines Mikroskops gibt es in weiteren Artikeln im Tutorium Polarisationsmikroskopie.

Inhaltsverzeichnis

Einschalten und Beleuchtung

Mit einem Kippschalter (meist rechts) kann die Beleuchtung und somit das Mikroskop eingeschalten werden. Die Intensität der Lichtquelle kann über einen Drehknopf (meist links) geregelt und mit der Leuchtfeldblende die Größe des beleuchteten Objektfeldes verändert werden. Das Beleuchtungsprinzip beruht auf einer definierten Strahlenführung im Beleuchtungsteil des Mikroskops, welche durch eine bestimmte Anordnung von Lichtquelle, Kollektor, Leuchtfeldblende, Aperturblende und Kondensor erreicht wird.
Transparente oder schwach absorbierende Materialien werden mit durchfallendem Licht abgebildet. Sie können also unter einem Durchlicht-/Polarisationsmikroskop betrachtet und analysiert werden. Opake Materialien, wie z.B. Erze oder Metalle, erscheinen im Durchlicht stets schwarz und können nur durch reflektiertes Licht abgebildet werden, wozu hingegen ein Auflichtmikroskop benötigt wird.

Einlegen des Dünnschliffs

Der zu betrachtende Dünnschliff wird auf den Objekttisch gelegt, wobei beachtet werden muss, dass Ober- und Unterseite nicht vertauscht werden (Deckglas nach oben!). Der Objekttisch ist drehbar, kann jedoch durch die seitlichen Feststellschrauben fixiert werden. Er ist am Rand mit einer Gradskala versehen, sodass Winkelmessungen (z.B. Spaltwinkel, Auslöschungsschiefe, etc.) vorgenommen werden können.

Tipp:
Sollte sich der Dünnschliff trotz Drehen des Objekttisches nicht mitdrehen, ist meist der Kondensor zu weit oben und muss abgesenkt werden!



Scharfstellen und Wahl des Objektivs

Um mit beiden Augen ein scharfes Bild im Mikroskop zusehen, muss zuerst das Binokular auf den richtigen Augenabstand eingestellt werden. Man sieht mit einem Auge durch das Okular mit dem Fadenkreuz und stellt es durch den Justierring am Okular selbst scharf. Mit dem Grob- und Feintrieb verstellt man anschließend die Höhe des Objekttisches bis der Dünnschliff scharf erscheint. Als letztes sieht man mit dem anderen Auge durch das Okular ohne Fadenkreuz und stellt dieses durch Drehen am Justierring des Okulars ebenfalls möglichst scharf.
Durch Drehen am Objektivrevolver kann zwischen Objektiven mit unterschiedlicher Vergrößerung gewechselt werden. Die Schärfe muss anschließend mittels Grob- und Feintrieb nachjustiert werden.

Achtung:
Zum Drehen niemals die einzelnen Objektive anfassen. Diese verändern sonst ihre Position und müssen neu zentriert werden!



Zentrieren des Mikroskops

Jedes Mal vor Verwenden eines Mikroskops sollte kontrolliert werden, ob Lichtquelle, Kondensor und Objektive auf eine gemeinsame Achse zentriert sind. Wenn dies nicht gewährleistet ist, verläuft der Strahlengang im Mikroskop nicht optimal und bei der Mineralbestimmung im Dünnschliff kommt es zu systematischen Fehlern und Schwierigkeiten. Wie ein Mikroskop richtig zentriert wird, ist in einem weiteren Artikel im Tutorium Polarisationsmikroskopie erklärt.

Literatur

Raith, M.M., Raase, P., Reinhardt, J. (2011): Leitfaden zur Dünnschliffmikroskopie

Autor:innen

Dieser Artikel wurde erstellt von:
Carina Poetsch, Lina Seybold