Korngrößenbestimmung mittels Laserbeugung: Unterschied zwischen den Versionen

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Bei Bodenproben
 
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#Einige Gramm Probenmaterial werden vorsichtig im Achat-Mörser zerdrückt<br>   Achtung: Das Probenmaterial wird im Achat-Mörser nur leicht zerdrückt - NICHT gemörsert!
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#Einige Gramm Probenmaterial werden vorsichtig im Achat-Mörser zerdrückt<br>Achtung: Das Probenmaterial wird im Achat-Mörser nur leicht zerdrückt - NICHT gemörsert!
 
#Probenmaterial wird mittels einer Analysenwaage eingewogen (ca. 0,1 g).
 
#Probenmaterial wird mittels einer Analysenwaage eingewogen (ca. 0,1 g).
 
#Zu dem Probenmaterial werden ca. 3 ml verdünnte Ammoniak-Lsg. gegeben.
 
#Zu dem Probenmaterial werden ca. 3 ml verdünnte Ammoniak-Lsg. gegeben.

Version vom 7. September 2020, 15:00 Uhr

Korngrößenbestimmung mittels Laserbeugung
Methode
Englische Bezeichnung Bestimmung der Partikelgrößenverteilung des Feinbodens durch Lasermessung
Was kann gemessen werden? -
Welche Materialien können gemessen werden? Boden
Zeitl. Aufwand insgesamt -
Kosten (f. Dienstleistung) Pro Probe:
Aufbereitung
Generell mögliche Aufbereitungsarten? Lufttrocknung, Ofentrocknung (≤ 40°C), Abtrennung Grobboden (2 mm Sieb)
Aufbereitungsarten (an LMU)? Lufttrocknung, Ofentrocknung (≤ 40°C), Abtrennung Grobboden (2 mm Sieb)
Zeitl. Aufwand Probenaufbereitung (inkl. Reinigung) Trocknung der Probe nicht über 40°C (mehrere Wochen)
Sieben (2mm)
Messprozedur
Kalibration notwendig ✔ Ja
Administrator notwendig ✔ Ja
Messung = Dienstleistung ✔ Ja
Messung selbständig möglich (nach Einweisung) ✔ Ja, bedingt
Ausgabeformat Diagramm mit Summenkurve und Ausgabetabelle der Bodenfraktionen (T, fU, mU, gU, fS, mS, gS)
Bilder
Laser Particle Sizer.jpg
Durchführung einer Korngrößenbestimmung mittels Laser Particle Sizer

Einfache und schnelle Standardmethode zur Bestimmung von Partikelgrößen, bei der Licht (Laser) an einem Partikel gebeugt oder gestreut wird.



Theorie

Trifft ein Laserstrahl auf einen Partikel, wird das Licht -je nach Größe des Partikels- unterschiedlich gestreut oder gebeugt. Anhand des charakteristischen Beugungsspektrums kann auf die Größe und Anzahl der Partikel geschlossen werden. Die Lichtquelle erzeugt dazu einen fokussierten Laserstrahl. Das Analysegerät pumpt die in einem Suspensionsmittel gelöste Probe an der Messzelle vorbei. Dabei wird der gebündelte Laserstrahl von jedem einzelnen Teilchen, das den Laserstrahl durchquert, entweder gestreut oder gebeugt. Die Lichtmengen, die an den Partikeln in verschiedenen Richtungen gestreut werden, sind unterschiedlich. Zugleich ist jedes Beugungsmuster charakteristisch für eine bestimmte Teilchengröße.

Zwei unterschiedliche Laser (grün – kleine Korngrößen / Infrarot – mittlere und große Korngrößen) sorgen für die bestmögliche Erfassung der Bodenpartikel. Jeweils 102 Kanäle scannen die jeweilige Korngröße (insgesamt 204 Kanäle). Durch eine Umlaufpumpe werden innerhalb der Messzeit möglichst viele Teilchen der Probe durch die beiden Laserstrahlen geführt. Das aus diesen vielen Beugungen registrierte Beugungsspektrum wird nach mathematisch-physikalischen Verfahren (z.B. nach Fraunhofer) ausgewertet. Das Lasersystem kann Partikel im Größenbereich von 0,08 – 2.000 µm Durchmesser erfassen (Ton bis Sand).

Benötigte Gerätschaften

Bei Bodenproben

Durchführung

Bei Bodenproben

  1. Einige Gramm Probenmaterial werden vorsichtig im Achat-Mörser zerdrückt
    Achtung: Das Probenmaterial wird im Achat-Mörser nur leicht zerdrückt - NICHT gemörsert!
  2. Probenmaterial wird mittels einer Analysenwaage eingewogen (ca. 0,1 g).
  3. Zu dem Probenmaterial werden ca. 3 ml verdünnte Ammoniak-Lsg. gegeben.
  4. Die Probe im Reagenzglas kurz auf den Reagenzglas-Schüttler stellen.
  5. Dann das Reagenzglas mind. 3 min in das Ultraschallbad stellen.
  6. Das Messprotokoll am PC starten
  7. Wenn der Laser-Particle-Sizer zur Probeneingabe auffordert, nochmal kurz mit dem Reagenzglas-Schüttler aufschütteln.
  8. Sofort mit der Messung beginnen.
  9. Die Analyse (Messzyklus) startet bei ausreichender Probenmenge automatisch.
  10. Die Messergebnisse werden in verschiedenen Variationen (Grafik und Tabelle) ausgedruckt.

Ergebnisse

Der Laser-Particle-Sizer gibt die Korngrößenverteilung als Diagramm und Tabelle an. Beide sind als Summe dargestellt.

Vor- und Nachteile

  • Geringer Zeit- und Arbeitsaufwand
  • Geringe Probenmenge, wodurch eine repräsentative Auswahl der Probe nicht gewährleistet ist

Einsatzbereiche

Neben der Korngrößenbestimmung bei Bodenproben kommt die Laserbeugung u.a. bei Pulvern, Granulaten, Emulsionen oder Suspensionen zum Einsatz.

Ausstattung an der LMU

Die LMU stellt die Geräte für die Analyse im Bodenlabor des Departements für Geographie bereit.

Lehrveranstaltungen

Die LMU stellt die Instrumente für die Analyse nach aktueller DIN-Norm im Bodenlabor des Departement für Geographie bereit. Theorie und Durchführung der Partikelgrößenbestimmung mittels Laserlichtbeugung ist Teil der Lehrveranstaltungen:

B.Sc. Geographie:

M.Sc. Umweltsysteme und Nachhaltigkeit:

Normen und Richtlinien

Aktuelle Norm:

  • ISO 13320:2020-01 – Partikelgrößenanalyse - Partikelmessung durch Laserlichtbeugung

Zurückgezogene Normen zur Korngrößenbestimmung:

  • ISO 13320:2009-10 – Partikelmessung durch Laserlichtbeugung
  • ISO 13320-1:1999-11 – Partikelgrößenanalyse - Laserbeugungsverfahren - Teil 1: Allgemeine Grundlagen

Literatur

Referenzen


AutorInnen

Maxl Autor.png
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Karin Meisburger, Lukas Müller, Philipp Maly