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Marmor ist ein Metamorphit der durch Druck und Temperaureinwirkungen aus Kalkstein entsteht.

Marmor
Geogenese
Gesteinsgruppe

Metamorphite

Mineralbestand
Hauptgemengteile

Calcit

Nebengemengteile

Chlorit, Epidot, Glimmer, Granate, Limonit, Pyrit, Quarz, Serpentin

Physikalische Eigenschaften
Dichte [g/cm³]

2,70-2,90

Härte

3

Farbe

selten rein weiß, meist geflammt, gefleckt, gemasert, durchädert oder gestreift, in allen Farbtönen möglich

Gefüge

Inhaltsverzeichnis

Gefüge, Struktur und Textur

Marmor ist stets massig, sehr kompakt und hat ein mittel- bis grobkristallines Gefüge. Die einzelnen Minerale sind also mit bloßem Auge zu erkennen. An Kanten kann Marmor lichtdurchscheinend sein.

Entstehung

Marmor entsteht bei metamorpher Überprägung von Kalksteinen. Durch Druck- und Temperatureinwirkungen bauen sich die Minerale im Kalkstein (Kalziumkarbonat, CaCO3) um und kristallisieren vollständig neu. Bei der Metamorphose von Kalksteinen werden auch Fossilien verändert und lösen sich teilweise auf. [Also falls du dir nicht sicher bist, ob du einen Kalkstein oder Marmor vor dir hast, halte Ausschau nach geraden Bruchflächen oder Fossilen]

Erscheinungformen

Kalkablagerungen (siehe Kalkstein) setzen sich häufig aus unterschiedlichen Mineralen zusammen. Diese rekristallisieren bei der Metamorphose zu neuen Mineralen um und machen die charakteristischen bunten (meist rot o. grün) Schlieren des Marmors aus. Selten tritt reiner Marmor auf, der durch wenig Verunreinigungen fast vollständig weis ist. An dieser Form des Marmors ist das Erkennen von Deformationen des Gesteins durch Druck sehr schwierig. Marmor ähnelt durch fehlende Foliation und Schieferung in manchen Fällen stark magmatischen Gesteinen.

Zusammensetzung

Marmor ist ein monomineralisches Gestein und besteht fast ausschließlich aus Calcit.

Fundorte

Fichtelgebirge, Österreich (Tirol, Kärnten), Schweiz (Tessin, Wallis), Italien (Toskana, Südtirol), England (Devonshire), Frankreich, Spanien, Griechenland

Verwendung

Sehr beliebter Dekorstein, der im Bereich der Innenarchitektur, als Ornament, oder für Fassadenverkleidungen genutzt wird.

Besonderheiten

Beigemischte Fremdanteile sind ursächlich für den typischen, marmorierten Charakter des Gesteins. Marmor erkennt man sehr gut an den stark glitzernden Bruchflächen durch die relativ großen Kristalle. Kalzitischer Marmor und dessen Ausgangsgestein (Protolith = Kalkstein) schäumen bei Kontakt mit Salzsäure gleichermaßen. Diese Reaktion zeigt den Kalkgehalt an. Durch die geringe Härte des Marmors (ca. 3 auf der Mohschen` Härteskala) ist das Gestein mit einem Stahlmesser oder Nagel leicht ritz bar.

Besonders reine Marmore (z.B. Carrara-Marmor aus Italien) werden gerne für Gesteinsskulpturen und Fassadensteine genutzt.

Referenzen

  • Maresch, W., Schertl, H.-P., Medenbach, O. Gesteine. Systematik, Bestimmung, Entstehung. 3. Aufl. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung. Stuttgart, 2016.
  • Rothe, P. Gesteine. Entstehung – Zerstörung – Umbildung. 3. Aufl. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Darmstadt, 2010.
  • Schumann, W. Der große BLV Steine- und Mineralienführer. Das Standardwerk. 9. Aufl. BLV Bucherverlag GmbH&Co. KG. München, 2013.
  • Schumann, W. Mineralien & Gesteine. 15. Aufl. BLV Bucherverlag GmbH&Co. KG. München, 2012.
  • F. Press & R. Siever, Allgemeine Geologie, Spektrum Akademischer Verlag, Springer, 2008.
  • Roland Vinx, Gesteinsbestimmung im Gelände, Springer Sprektrum, 2015.

Autor:innen

Dieser Artikel wurde geschrieben und gegengelesen von:
Smilla Kohl
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