Tonstein

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Tonstein
Geogenese
Gesteinsgruppe

Sedimentgesteine

Mineralbestand
Hauptgemengteile

Tonmineralien

Nebengemengteile

Quarz, Feldspäte und Glimmer, Reste von kalkigen Organismen und organischer Substanz

Physikalische Eigenschaften
Dichte [g/cm³]

2,70-2,85

Farbe

Kann je nach Beimengung unterschiedlich ausfallen: Limonit - gelb bis braun, Hämatit - rötlich, kohlige Substanzen, Bitumen und Sulfide - grau, bläulich bis schwarz


Tonsteine bestehen vor allem aus Tonmineralen und Quarz. Tonminerale sind Verwitterungsneubildungen und werden durch ihre mikroskopische Korngröße (< 2 µm) zu den Peliten (von griech. pelos = Schlamm) gezählt. Tonsteine sind sehr feinkörnige, weiche Gesteine mit einer meinst dunklen braunen, grauen oder rötlichen Farbe.

Gefüge, Struktur und Textur

sehr feinkörnig und dicht, stets geschichtet

Entstehung

Als Ausgangsmaterial dient Schlamm oder Schlick, der durch Entwässerung zunächst zu plastischem Ton wird. Steigt der Überlagerungsdruck und gibt es zusätzlich ein karbonatisches Bindemittel, kann dieser Ton im weiteren Verlauf zu Tonstein verfestigt werden. Durch noch höheren, gerichteten Druck können sich die plattigen Tonminerale schließlich einregeln und ein Parallelgefüge bilden. Das Gestein wird nun als Schieferton bezeichnet.

Erscheinungformen

Bei ausgeprägter lagiger Ablagerung und dadurch engständiger Schichtung wird das Tongstein ein Schieferton bezeichnet. (Achtung! Pass auf dass du Schieferton und Tonschiefer (Metamorphit) nicht verwechselst).

Klassifikation

Der Siltanteil im Tongestein ist für die Klassifikation des Gesteins wichtig. Dieser kann einfach durch die Knirschprobe überprüft werden. Bei erhöhtem Siltanteil wird nichtmehr von Tonstein sondern von Silt oder Löß gesprochen.

Zusammensetzung

Fundorte

Tonstein ist weit verbreitet und findet sich überall dort, wo Schlamm und plastischer Ton weiter austrocknen. Er kommt daher in Schwemmlandschaften, Seebecken und Flusstälern vor.

Verwendung

Nur wenige, besonders feste Sorten können als Baustein angewendet werden.

Besonderheiten

In kalkigem Tonstein kann man manchmal bis zu kopfgroße Konkretionen finden, die sogenannten Septarien. Diese zeichnen sich durch charakteristische radiale Schrumpungsrisse aus, welche teilweise durch Kristallneubildungen verfüllt sind.


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Referenzen

  • Maresch, W., Schertl, H.-P., Medenbach, O. Gesteine. Systematik, Bestimmung, Entstehung. 3. Aufl. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung. Stuttgart, 2016.
  • Rothe, P. Gesteine. Entstehung – Zerstörung – Umbildung. 3. Aufl. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Darmstadt, 2010.
  • Schumann, W. Der große BLV Steine- und Mineralienführer. Das Standardwerk. 9. Aufl. BLV Bucherverlag GmbH&Co. KG. München, 2013.
  • Schumann, W. Mineralien & Gesteine. 15. Aufl. BLV Bucherverlag GmbH&Co. KG. München, 2012.

Weiterführende Literatur


Autor:innen

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