Zielgruppenanalyse

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Version vom 12. April 2021, 12:08 Uhr von Kathrin Stroessner (Diskussion | Beiträge) (Werden meine Informationen verständlich übermittelt?)
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Bei der Zielgruppenanalyse geht es darum, einen Text oder Vortrag so aufzubereiten, dass er verständlich ist und bei den Leser:innen Interesse weckt. Solche Texte können z.B. ein Exkursionsbericht, ein Studi-Forscht Projekt, eine Bachelorarbeit, ein Forschungsantrag oder „nur“ eine E-Mail sein – in allen Fällen spielt die Zielgruppenanalyse eine wichtige Rolle. Bevor du also einen Text verfasst oder einen Vortrag vorbereitest, solltest du dir immer folgende Gedanken über deine Zielgruppe machen:

Für wen verfasse ich den Text?

Zunächst musst du dir darüber klar werden für welche Zielgruppe der Text / Vortrag geschrieben werden soll. Es macht einen großen Unterschied, ob du eine wissenschaftliche Arbeit, einen Bericht für die Industrie, oder einen Artikel für Laien - z.B. ein Kinderbuch - schreibst. Je nach Kenntnisstand und Interesse der Zielgruppe müssen entsprechend der Inhalt, die Sprache und der Umfang angepasst werden.

Welchen Kenntnisstand und Interesse weist die Zielgruppe auf?

Verschiedene Zielgruppen haben ein unterschiedlich stark ausgeprägtes Hintergrundwissen. Wenn du dich lange mit einem Thema auseinandersetzt, kann es also gut sein, dass du dich besser in dem Gebiet auskennst, als die allermeisten Leser:innen / Zuhörer:innen. Daher ist es umso wichtiger, sich klar zu machen, was die Zielgruppe bereits weiß. Daran orientierst du dann die Anforderungen und den Umfang deines Textes / Vortrags. Es ist hilfreich, den Fokus auf genau die Themen zu legen, die die Zielgruppe am meisten interessieren.

Angenommen, du würdest gerne einen Vortrag über den Kohlenstoffkreislauf in einer Grundschule und in einem Kurs in der Uni halten: Den Grundschüler:innen solltest du zunächst erklären was überhaupt Kohlenstoff ist, Student:innen hingegen bringen in der Regel ein solches Vorwissen mit. Dementsprechend solltest du den Vortrag in der Uni detaillierter gestalten und in der Grundschule den Umfang auf die wesentlichen Aspekte beschränken.

Welche Sprache verwende ich?

Abhängig von deiner definierten Zielgruppe und ihrem Kenntnisstand musst du die verwendete Sprache anpassen. Stell dir vor, wie du beispielsweise Plattentektonik deiner kleinen Schwester oder deinen Großeltern erklären würdest. Du würdest andere Fachbegriffe verwenden, Konzepte unterschiedlich stark verbildlichen und komplizierte Vorgänge mehr oder weniger vereinfachen. Kurz: Sprache variiert je nach Zielgruppe.

Wenn du deine Bachelorarbeit schreibst, solltest du dir auch überlegen, ob der Text auf Deutsch oder Englisch verfasst wird. Generell erreichen englische Arbeiten zwar ein breiteres Publikum, aber wenn du beispielsweise über Angewandte Geologie im Molassebecken schreibst, wäre es vielleicht sinnvoller, die Arbeit auf Deutsch zu verfassen. Sei dir auch über den Aufbau und die Struktur deiner Arbeit / Präsentation im Klaren, bevor du diese ausarbeitest.

Wenn du irgendwann vor der Entscheidung stehst, eine deiner Arbeiten bei einem Journal einzureichen, sollte dir bewusst sein, dass es auch unter den einzelnen Journalen feine sprachliche Unterschiede gibt. In allgemeineren naturwissenschaftlichen Journalen wie Science oder Nature solltest du demnach spezifische geologische Begriffe erklären, wohingegen in speziellen Fach-Journalen (z.B. Journal of Petrology, Continental Shelf Research) genauere Kenntnisse vorausgesetzt werden dürfen

Werden meine Informationen verständlich übermittelt?

Sinn der Zielgruppenanalyse ist es, bestimmte Informationen deinem Gegenüber so zu vermitteln, dass dieser deine Aspekte vollständig versteht und Interesse am Thema zeigt. Zuletzt solltest du dir also überlegen, ob deine Zielgruppe mit dem Umfang, dem Niveau und der Sprache deiner Arbeit zurechtkommt.

Tipp:
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Es ist wichtig, Ergebnisse zu überprüfen. Frage dich ganz gezielt, ob die Arbeit ihren Zweck erfüllt.


Bei Vorträgen solltest du dir zudem Gedanken über die Vortragsweise machen. Ist der Rahmen sachlich oder locker? Wie viele Leute werden vor Ort sein? Ist der Raum sehr groß, sodass ich sehr laut reden muss? Versetze dich in die Situation hinein. Zum Schluss übst du den Vortrag und stellst sicher, dass alle relevanten Informationen enthalten sind.

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Weiterführende Informationen und Literatur

Referenzen

Autor:innen

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Dieser Artikel wurde erstellt von:
Kathrin Strößner, Donja Assbichler, Simon Kübler