CIPW-Norm

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Die CIPW-Norm ist ein vorgeschlagenes Verfahren, das mittels der chemische Analyse eines Magmatits dessen fiktiven Mineralbestand aus einem Satz von CIPW-Standardmineralen errechnet. Entwickelt wurde die Methode in 1902 von W. Cross, J.P. Iddings, L.V. Pirsson und H.S. Washington, mit dem Ziel die idealisierte Mineralogie einer kristallisierten Schmelze zu berechnen. Die Norm entspricht dabei näherungsweise dem tatsächlichen Mineralbestand, dein ein wasserfreier Magmatit hätte bei geringem Druck. Die ca. 30 CIPW-Standardminerale umfassen meist wichtige gesteinsbildende Minerale, aber auch selten nicht natürlich Auftretende. Als Standardminerale sind hierbei nur Endglieder definiert (z.B Diopsid als Klinopyroxene), welches der natürlichen chemischen Komposition nicht entspricht. Weitere Einschränkungen, die der Vereinfachung dienen, sind in der Norm festgelegt:

1. Das Magma kristallisiert in einer wasserfreien Umgebung: OH-haltigen Minerale (z.B. Hornblende, Biotite) bilden sich nicht.

2. Eisen- und Magnesiumhaltige Minerale sind frei von Al2O3

3. Das Fe/Mg Verhältnis aller Eisenmagnesiumminerale ist gleich

4. Einige Minerale werden als inkompatibel angesehen (z.B Olivin ist niemals mit Quarz vorhanden)


Prozedur

  • das Gestein wird chemisch analysiert und die elementaren Bestandteile werden als Oxide angegeben
  • die normative Mineralogie wird berechnet anhand der Kristallisationsreihenfolge und bekannten Phasenbeziehungen von Gesteinen und Mineralen, wobei die vereinfachten Mineralformeln berücksichtigt werden
  • die normative Berechnung kann anhand diverser Computer Programmen durchgeführt werden


Vorteile Nachteile
Bestimmung der idealen Mineralogie von eines porphyrischen und aphanatischen Magmatits Oxidationszahl muss bekannt sein (für z.B. Magnetit oder Hämatit)
Sättigungsgrad von Silicium kann eingeschätzt werden Nicht anwendbar für Magmatite aus dem tieferen Mantel
Mineral Disequilibrium (Xenolithe möglich)

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Dieser Artikel wurde erstellt von:
F.Förster