Gabbro

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Gabbro
Gestein Olivin-Gabbro ohne Troll 6-73 01 Maxl.png
Olivin-Gabbro, Mexico
Geogenese
Gesteinsgruppe

Plutonit

Klassifikation im Streckeisen-Diagramm
QAPF Gabbro.png
Mineralbestand
Hauptgemengteile

dunklere Plagioklase (Labradorit, Bytownit), Augit, Hornblende oder Olivin (nicht zusammen mit Quarz)

Nebengemengteile

Alkalifeldspat (Orthoklas), Quarz

Akzessorien

Magnetit, Ilmenit, Pyrit, Apatit

Physikalische Eigenschaften
Dichte [g/cm³]

2,85 – 3-05

Festigkeit

hoch

Farbe

hell- bis dunkelgrau, bläulich, manchmal fast schwarz


Gabbro ist ein kompaktes, äußerst verwitterungsbeständiges magmatisches Gestein und ist das plutonitische Pendant von Basalt. Beide Gesteine entstehen aus Magmen einer ähnlichen chemischen Zusammensetzung und sind von Plagioklas und Pyroxen dominiert. Während Basalt nach einem Lavenaustritt an der Erdoberfläche entsteht, kristallisiert Gabbro hingegen tief in der Erdkruste und bildet im Vergleich größere Kristalle aus.

Gefüge, Struktur und Textur

Das Gestein ist meist massig, kann aber auch eine Bänderung aufweisen. Die enthaltenen Minerale sind in der Regel richtungslos und homogen verteilt. Enthält der Gabbro Klinopyroxen, kann dieser allerdings orientiert vorkommen. Das Gefüge kommt kleinkörnig gesprenkelt bis großkörnig gefleckt vor, teilweise kann es sogar an einen Pegmatit erinnern. Der Kontrast zwischen hellen und dunklen Mineralen ist stark ausgeprägt. Das Gefüge ist außerdem sehr kompakt und ohne wahrnehmbare Hohlräume.

Entstehung

Gabbro ist ein Tiefengestein, das durch sehr langsame Abkühlung entsteht. Gabbro-Vorkommen finden sich meist in eng begrenzten Gesteinskörpern, wie z.B. in Stöcken oder Lagergängen.

Im Erdmantel entstehende Magmen haben häufig eine gabbroide Zusammensetzung. Gabbroide Plutonite werden aber vergleichsweise selten gebildet, da sie aufgrund ihrer geringen Viskosität recht einfach an die Erdoberfläche gelangen und dort zu volumenreichen Basaltvorkommen führen, also seltener in der Tiefe auskristallisieren können.

Dies ist reziprok mit granitischen Gesteinen vergleichbar, bei denen zähflüssige, hochviskose Schmelzen häufig zu Plutoniten, aber vergleichsweise selten zu vulkanischen Gesteinen wie zum Beispiel dem Rhyolith werden, da sie nicht so leicht an die Erdoberfläche gelangen können.

3D Modelle

Klassifikation

Gabbro wird von Plagioklas und Klinopyroxen (mindestens 10%) dominiert. Die Klassifikation erfolgt wie bei allen Plutoniten anhand des Modalbestands von Quarz (Q), Alkalifeldspat (A), Plagioklas (P) und Foiden (F) im QAPF- (Streckeisen)-Diagramm.


Zusammensetzung

Das Gestein enthält primär Plagioklas, welcher 90-100% des Gesamtanteils aller Feldspäte ausmacht. Orthoklas kann zu maximal 10% enthalten sein. Quarz ist normalerweise zu maximal 5% enthalten; liegt der Anteil zwischen 5 und 20% bezeichnet man das Gestein als Quarzgabbro. Enthält das Gestein keinen Quarz, sondern stattdessen Foide, wird es als Foid-führender Gabbro bezeichnet.

Fundorte

Gabbrovorkommen sind weltweit verbreitet. Bedeutende Vorkommen gibt es im Bushveld-Komplex (Südafrika), in Grönland, im Odenwald und im Harz (Harzburger Gabbro). Weitere Vorkommen befinden sich in der Schweiz (Wallis), USA (Montana, Minnesota), auf Zypern sowie im gesamten Alpenbogen.

Verwendung

Gabbro ist sehr verwitterungsbeständig. Verwendung findet er daher als Bau- und Werkstein, z.B. als Straßenbaustoff. Einige Varietäten werden wegen ihres zähen Gefüges auch für hochbeanspruchten Bahnschotter verwendet. Gut polierbare Gabbros können zu Grabsteinen weiterverarbeitet und für Fassadenverblendungen hergenommen werden.

Referenzen

  • Maresch, W., Schertl, H.-P., Medenbach, O. Gesteine. Systematik, Bestimmung, Entstehung. 3. Aufl. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung. Stuttgart, 2016.
  • Rothe, P. Gesteine. Entstehung – Zerstörung – Umbildung. 3. Aufl. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Darmstadt, 2010.
  • Schumann, W. Der große BLV Steine- und Mineralienführer. Das Standardwerk. 9. Aufl. BLV Bucherverlag GmbH&Co. KG. München, 2013.
  • Schumann, W. Mineralien & Gesteine. 15. Aufl. BLV Bucherverlag GmbH&Co. KG. München, 2012.

Autor:innen

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Dieser Artikel wurde erstellt von:
Friedericke Knauss, Simon Prochaska, Julia Holzmüller