Glimmerschiefer

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Glimmerschiefer
Geogenese
Gesteinsgruppe

Metamorphite

Typische Fundorte, Typlokalität Weltweit; in Deutschland besonders in Alpen, Fichtelgebirge, Bayerischer Wald, Erzgebirge und Schwarzwald verbreitet.
Mineralbestand
Hauptgemengteile

Quarz, Muskovit

Nebengemengteile

Chlorit und Biotit, Feldspat, Staurolith, Granat, Cordierit, Hornblende, Disthen, Silli-manit, Andalusit, Magnetit, usw.

Physikalische Eigenschaften
Dichte [g/cm³]

2,73 – 3,19 g/cm³

Farbe

hell silbrig schillernd bis hin zu tief schwarz


Der Begriff „Schiefer“ bezeichnet in der Petrographie allgemein Gesteine mit einer besonders ausgeprägten Teilbarkeit, eines in ebene Platten brechenden Gesteins. Glimmerschiefer insbesondere zeichnen sich durch einen großen Anteil blättchenförmiger Glimmerkristallen aus, welche ihnen ihr charakteristisch-glänzendes Aussehen verleihen.

Gefüge, Struktur und Textur

Das Gestein hat eine besonders ausgeprägte mittel- bis grobschuppige Paralleltextur mit auffälligem Glanz und linearen Gefüge. Das dominierende Gefügemerkmal, die Schieferung, kann sowohl gerade bzw. ebenflächig, als auch gewellt und uneben verlaufen. Diese buckligen Modifikationen der Schieferstruktur werden bedingt durch Einlagerungen (z.B. Porphyroblasten oder Quarzlinsen) in der Schieferung. Die Glimmerplättchen legen sich um diese Fremdkörper und es kommt zur Fältelung.  

Entstehung

Glimmerschiefer entstehen im Rahmen der Regionalmetamophose. Bei diesem geologisch kleinmaßstäblichen Prozess werden zumeist aluminiumreichen Tonminerale (Pelit), Tonsteine, oder sandige Gesteine im kühleren Bereich der metamorphen Fazies umgewandelt. Glimmerschiefer bilden sich ausschließlich in Orogenen an aktiven Kontinentalrändern. Dabei nehmen mit zunehmenden Tiefenniveau der Orogenen die Anteile an Glimmerschiefern gegenüber Gneisen und Plutoniten ab.

Erscheinungformen

Glimmerschiefer bilden im Gelände meist ausgedehnte Gesteinskörper mit großer Mächtigkeit und weitflächiger Verbreitung. Sie splittern unter Belastung in Scheiben mit weniger als 1 cm Dicke. So ist die Spaltbarkeit umso ausgeprägter, desto mehr Muskovit enthalten ist. Je nach Mineral-Mengenverhältnis von Muskovit, bzw. Paragonit zu Biotit sind Glimmerschiefer hell silbrig schillernd bis hin zu tief schwarz gefärbt.

Klassifikation

Mineralbestand

Die Hauptgemengeanteile des Glimmerschiefers sind Quarz und das gefügeprägenden Schichtsilikat Muskovit. Als Nebengemenge finden sich abhängig vom Ausgangsgestein Minerale wie z. B. Chlorit, Biotit, Feldspat, Staurolith, Granat, Cordierit, Hornblende, Disthen, Silimanit, Andalusit, Magnetit. Ist hier eines bzw. mehrere der Minerale besonders ausgeprägt, wird das Gestein nach diesen benannt (z. B. Staurolith-Disthen-Glimmerschiefer, Granat-Glimmerschiefer, usw).

Fundorte

Das Gestein ist in den Gebirgen Europas und der Welt weit verbreitet. Typische Fundorte für Glimmerschiefer in Deutschland sind die Alpen, das Fichtelgebirge, der Bayerische Wald, das Erzgebirge und der Schwarzwald. Des Weiteren sind Vorkommen beispielsweise in Australien, Brasilien China, Indien, Kasachstan, Kanada und Kolumbien dokumentiert.

Verwendung

Aufgrund seiner ausgeprägten Porösität und damit einhergehenden geringen Belastbarkeit ist Glimmerschiefer kaum von industrieller bzw. handwerklicher Bedeutung. Es sei denn, um die im Gestein eingeschlossenen Granate abzubauen.

Besonderheiten


Weiterführende Literatur

Referenzen

    • Maresch, W., Schertl, H.-P., Medenbach, O. Gesteine. Systematik, Bestimmung, Entstehung. 3. Aufl. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung. Stuttgart, 2016.
    • Markl,G. Minerale und Gesteine. Mineralogie - Petrologie - Geochemie. 3. Aufl. Springer Verlag. Berlin, 2015.
    • Rothe, P. Gesteine. Entstehung – Zerstörung – Umbildung. 3. Aufl. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Darmstadt, 2010.
    • Schumann, W. Der große BLV Steine- und Mineralienführer. Das Standardwerk. 9. Aufl. BLV Bucherverlag GmbH&Co. KG. München, 2013.
    • Schumann, W. Mineralien & Gesteine. 15. Aufl. BLV Bucherverlag GmbH&Co. KG. München, 2012.
    • Vinx, R. Gesteinsbestimmung im Gelände. 2. Aufl. Springer Verlag. Berlin. 2008.

AutorInnen

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Dieser Artikel wurde erstellt von:
Florian Backsen