Zentrieren eines Mikroskops

Aus GEOWiki@LMU
Wechseln zu:Navigation, Suche

Jedes Mal vor Verwenden eines Mikroskops sollte kontrolliert werden, ob Lichtquelle, Kondensor und Objektive auf eine gemeinsame Achse zentriert sind. Wenn dies nicht gewährleistet ist, verläuft der Strahlengang im Mikroskop nicht optimal und bei der Mineralbestimmung im Dünnschliff kommt es zu systematischen Fehlern und Schwierigkeiten.


Zentrieren der Objektive

Um zu überprüfen, ob das Objektiv korrekt zentriert ist, muss zunächst der Dünnschliff scharf gestellt werden. Anschließend wählt man ein beliebiges, möglichst kleines Korn aus und verschiebt es in den Schnittpunkt des Fadenkreuzes (I). Nun wird der Objekttisch gedreht. Wenn das Korn im Schnittpunkt bleibt, ist das Objektiv korrekt zentriert. Ist dies nicht der Fall (Korn bewegt sich auf einer Kreisbahn), so muss das Objektiv mittels der zwei kleinen Zentrierschräubchen am Objektivrevolver oder an der Objektivfassung zentriert werden. Die benötigten Zentrierschräubchen stecken meist in einer Halterung auf der Rückseite vom Mikroskop.
Durch Drehen des Objekttisches bringt man das Korn in die entfernteste Stellung vom Schnittpunkt des Fadenkreuzes und beobachtet dabei, wo sich in etwa der Mittelpunkt M der Kreisbahn befindet (II). Mit den Zentrierschräubchen verschiebt man diesen Mittelpunkt M in den Schnittpunkt des Fadenkreuzes (III). Dieser Vorgang muss so lange wiederholt werden, bis das Korn beim Drehen des Objekttisches in der Mitte des Fadenkreuzes bleibt (IV).


Vorgehen beim Zentrieren von Objektiven, verändert nach Raith (2011), bearbeitet von K. Maetschke, 2019


Zentrieren des Kondensors

Um festzustellen, ob der Kondensor ebenfalls richtig zentriert ist, muss die Leuchtfeldblende so weit wie möglich geschlossen werden, sodass nur ein kleines rundes Feld beleuchtet ist (I). Anschließend sollte das Sichtfeld scharf gestellt werden (II). Wenn der Mittelpunkt des Leuchtfeldes im Schnittpunkt des Fadenkreuzes liegt, ist der Kondensor zentriert. Ist dies nicht der Fall, muss das Leuchtfeld mit Hilfe der großen Zentrierschrauben an der Kondensorhalterung in den Schnittpunkt des Fadenkreuzes bewegt werden (III). Anschließend öffnet man die Leuchtfeldblende wieder soweit, dass der gesamte Sichtbereich ausgeleuchtet ist (IV).


Vorgehen beim Zentrieren des Kondensors, verändert nach Raith (2011), bearbeitet von K. Maetschke, 2019

Zentrieren der Lichtquelle

In modernen Mikroskopen ist die Lichtquelle fest verbaut, sodass die Zentrierung nicht verändert werden kann bzw. muss.

Literatur

  • Raith, M.M., Raase, P., Reinhardt, J. (2011): Leitfaden zur Dünnschliffmikroskopie


Maxl Autor.png
Dieser Artikel wurde erstellt von:
C. Poetsch, L. Seybold