Relief

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Minerale, die eine höhere oder niedrigere Lichtbrechung als ihre Umgebung aufweisen, zeigen ein Relief. Damit ist das Relief ein Merkmal, das zum Vergleich der Brechzahl zweier nebeneinander liegender Minerale verwendet wird.

Je höher der Unterschied in den Brechzahlen der Minerale, desto stärker ist das Relief. Minerale mit positivem Relief haben eine höhere Brechzahl als das Einbettungsmittel. Sie wirken, als würden sie aus dem Dünnschliff hervortreten. Minerale mit negativem Relief haben eine niedrigere Brechzahl als das Einbettungsmittel, dies ist jedoch nur bei sehr wenigen Mineralen der Fall (z.B. Fluorit, Alkalifeldspat). Wenn nicht näher bezeichnet, geht man bei der Erwähnung eines Reliefs von einem Mineral von einem positiven Relief aus.

Quarz und Plagioklas haben neutrales Relief. Alkalifeldspat hat sehr schwaches negatives Relief. Pyroxen, Amphibole, Granat, Zirkon und Titanit haben in dieser Reihenfolge ein zunehmend starkes positives Relief.

Beachte, dass die Stärke des Reliefs beim Zeichnen der Dünnschliffe berücksichtigt werden muss, da es ein charakteristisches Merkmal von Mineralen ist!


Referenzen

Raith, M.M., Raase, P., Reinhardt, J. (2011): Leitfaden zur Dünnschliffmikroskopie

Stosch, H.-G. (2009): Skript zur Kristalloptik II – Mineralmikroskopie

Autor:innen

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Dieser Artikel wurde erstellt von:
Theresa Mond, Paula Dörfler