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Erste Dünnschliffe (thin sections) wurden bereits Anfang des 19. Jahrhunderts hergestellt und seitdem fortlaufend weiterentwickelt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Methode systematisch zur Untersuchung von Gesteinen (Petrographie) sowie zunehmend auch für paläontologische Fragestellungen angewandt. Heute ist die Untersuchung von Dünnschliffen eine der Standardmethoden in den Geowissenschaften und findet auch darüber hinaus eine breite Anwendung. <br> | Erste Dünnschliffe (thin sections) wurden bereits Anfang des 19. Jahrhunderts hergestellt und seitdem fortlaufend weiterentwickelt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Methode systematisch zur Untersuchung von Gesteinen (Petrographie) sowie zunehmend auch für paläontologische Fragestellungen angewandt. Heute ist die Untersuchung von Dünnschliffen eine der Standardmethoden in den Geowissenschaften und findet auch darüber hinaus eine breite Anwendung. <br> | ||
Hier ein kleiner Überblick, welche Untersuchungen mit Hilfe von Dünnschliffen durchgeführt werden können: | |||
* | *Bestimmung des Mineralbestands (qualitativ - welche Minerale sind enthalten) und des Modalbestands (quantitativ - wie hoch ist der Anteil der Mineralphasen am Gesamtgestein)<br> | ||
* | *Untersuchung der Texturen und der Beziehungen der Minerale zueinander, z.B. Mineralreaktionen etc. | ||
*Messung der chemische Zusammensetzung der Minerale (meist Haupt- und Nebenelemente, teilweise auch Spurenelemente)<br> | |||
*Gefügeuntersuchungen<br> | *Gefügeuntersuchungen<br> | ||
*Untersuchung von Fluideinschlüssen<br> | *Untersuchung von Fluideinschlüssen<br> | ||
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==Vorbereitung== | ==Vorbereitung== | ||
Viele Analysemethoden basieren auf Dünnschliffen. Allerdings muss beachtet werden, dass der Schliff, je nach | Viele Analysemethoden basieren auf Dünnschliffen. Allerdings muss beachtet werden, dass der Schliff, je nach Untersuchungsmethode und Material unterschiedliche Anforderungen erfüllen muss. | ||
'''Zunächst sollten folgende Punkte im Vorfeld abgeklärt werden:''' | '''Zunächst sollten folgende Punkte im Vorfeld abgeklärt werden:''' | ||
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==Petrographische Dünnschliffe== | ==Petrographische Dünnschliffe== | ||
Die '''Größe''' der Schliffe richtet sich nach der Fragestellung und nach der Größe der verfügbaren Objektträger. Das Gießener Format (28 x 48 mm) gilt in Deutschland als Standardgröße für petrographische Dünnschliffe. Im Ausland sind teilweise auch andere Formate üblich. Je nach Fragestellung kann es auch sinnvoll sein ein größeres Format zu wählen. Allerdings sollte dabei beachtet werden, dass der Probenhalter des Analysegeräts unter Umständen nur ein bestimmtes Format zulässt. Weiteres führt ein größeres Format auch immer zu mehr mechanischer Belastung im Schliff, was eine Präparation komplizierter macht. | Die '''Größe''' der Schliffe richtet sich zum Einen nach der Fragestellung und nach der Größe der verfügbaren Objektträger. Allerdings sollte auch beachtet werden, mit welchem Gerät der Dünnschliff anschließend analysiert werden soll und ob es von Seiten des Probenhalters des Geräts Einschränkungen gibt (in jedem Fall Geräte-Administrator vorab konsultieren). | ||
Das Gießener Format (28 x 48 mm) gilt in Deutschland als Standardgröße für petrographische Dünnschliffe. Im Ausland sind teilweise auch andere Formate üblich. Je nach Fragestellung kann es auch sinnvoll sein ein größeres Format zu wählen. Allerdings sollte dabei beachtet werden, dass der Probenhalter des Analysegeräts unter Umständen nur ein bestimmtes Format zulässt. Weiteres führt ein größeres Format auch immer zu mehr mechanischer Belastung im Schliff, was eine Präparation komplizierter macht. | |||
Des Weiteren sollte auch Wert auf die Auswahl des '''Klebers''' gelegt werden: So werden in der Polarisationsmikroskopie Klebstoffe mit standardisiertem Brechungsindex verwendet. Im Falle der Elektronenstrahlmikrosonde und des Rasterelektronenmikroskops ist der Dünnschliff hohen Temperaturen ausgesetzt. Hier ist es wichtig, dass das verwendete Einbettungsmittel und der Klebstoff diesen Bedingungen standhalten. Sollte der Klebstoff in der Probenkammer dieser Geräte verdampfen schlägt er sich in der Probenkammer nieder und kann so die Analyseergebnisse negativ beeinflussen. | Des Weiteren sollte auch Wert auf die Auswahl des '''Klebers''' gelegt werden: So werden in der Polarisationsmikroskopie Klebstoffe mit standardisiertem Brechungsindex verwendet. Im Falle der Elektronenstrahlmikrosonde und des Rasterelektronenmikroskops ist der Dünnschliff hohen Temperaturen ausgesetzt. Hier ist es wichtig, dass das verwendete Einbettungsmittel und der Klebstoff diesen Bedingungen standhalten. Sollte der Klebstoff in der Probenkammer dieser Geräte verdampfen schlägt er sich in der Probenkammer nieder und kann so die Analyseergebnisse negativ beeinflussen. | ||
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