Syenit

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Syenit
Syenit.png
Syenit (Varietät Larvikit) aus Larvik, Norwegen
Geogenese
Gesteinsgruppe

Plutonit

Klassifikation im Streckeisen-Diagramm
QAPF Syenit.png
Mineralbestand
Hauptgemengteile

Alkalifeldspat (überwiegend Orthoklas, seltener Mikroklin), untergeordnet auch Plagioklas (meist Oligoklas oder Andesin), Quarz oder Foide (insbesondere Nephelin oder Sodalith)

Nebengemengteile

Biotit, Hornblende, Diopsid oder Augit, seltener Olivin

Akzessorien

Titanit, Magnetit, Ilmenit, Korund (nur ohne Quarz), Allanit, Granat, Zirkon, Apatit, Fluorit

Physikalische Eigenschaften
Dichte [g/cm³]

2,62 – 2,85

Farbe

meist helle Gesteine mit Farbtönen von grau und rosa


Syenit ist ein magmatisches Tiefengestein, welches das plutonische Pendant zum vulkanitischen Trachyt darstellt. Syenit enthält einen hohen Anteil an Alkalifeldspäten, vor allem Orthoklas. Im Unterschied zum Granit enthält der Syenit weniger Quarz und anteilig mehr Feldspäte, im Unterschied zum Monzonit weniger Plagioklase. Benannt wurde der Syenit ursprünglich nach dem Fundort Syene, welcher sich in Ägypten befindet.

Gefüge, Struktur und Textur

Syenite sind kompakte, mittel- bis grobkörnige Gesteine ohne wahrnehmbare Hohlräume. Die Minerale sind meist homogen verteilt, gelegentlich entsteht aber wie auch bei anderen Feldspat-reichen Plutoniten ein Fließ- oder Fluidalgefüge durch Einregelung von idiomorphen, tafelig ausgebildeten Feldspäten. Die Alkalifeldspäte weisen häufig Karlsbader Zwillinge auf und bilden ein Netzwerk aus verhältnismäßig großen Mineralen, deren Zwischenräume von anderen Mineralen ausgefüllt werden. Besonders große, einsprenglingsartige Alkalifeldspäte können den Eindruck eines porphyrischen Gefüges entstehen lassen. Bei dunklen Syeniten können auch die mafischen Minerale wie z.B. Hornblende als erkennbare idiomorphe Kristalle auftreten.

Entstehung

Die Entstehung von Syenit ist wie die aller Plutonite von sehr langsamer Abkühlung in den Tiefen der Erdkruste geprägt, die genaue Entstehung ist bis jetzt aber noch nicht hinreichend geklärt. Insgesamt kommt Syenit recht selten und häufig mit Granit bzw. Diorit vergesellschaftet vor. Vergesellschaftungen mit basischen Plutoniten sind seltener. Syenite kommen vor allem als kleine Plutone, in Stöcken oder Gängen vor. Sie werden weder aus primären Magmen gebildet, noch sind sie Differentiationsprodukte solcher Magmen. Sie können auch nicht in größeren Mengen bei der partiellen Aufschmelzung von Krustengesteinen gewonnen werden. Für ihre Entstehung sind daher wohl spezielle, von lokalen Gegebenheiten abhängige Prozesse verantwortlich.

Erscheinungformen

Die manchmal auftretenden, rötlichen Farben sind auf Hämatit-Pigmentierung der Alkalifeldspäte zurückzuführen.

Klassifikation

Die Klassifikation erfolgt wie bei allen Plutoniten anhand des Modalbestands von Quarz (Q), Alkalifeldspat (A), Plagioklas (P) und Foiden (F) im QAPF- (Streckeisen)-Diagramm.

Fundorte

Schwarzwald, Odenwald, Fichtelgebirge, Sachsen, Westalpen, Portugal, Norwegen, USA (New Hampshire, Massachusetts). Die Syenit-Varietät Larvikit stammt aus dem Ort Larvik, welcher sich in der Nähe des Oslofjord in Norwegen befindet. Hier wird dieser in einem großen Steinbruch abgebaut.

Verwendung

Verwendung findet Syenit als Zier-, Grab-, Sockel-, Fassaden- und Denkmalstein, er wird aber auch zu Bodenplatten verarbeitet und als Straßenbaustein genutzt.

Besonderheiten

Syenit ist sehr verwitterungsbeständig. Eine bläulichgraue bis dunkelgrüne, insgesamt recht dunkle Syenit-Varietät mit blaugrünem Schiller heißt Larvikit. Dieses aus Norwegen stammende Gestein entfaltet seinen Schiller insbesondere im geschliffenen Zustand stark und wird daher häufig als Grab- oder Dekorstein benutzt.

Referenzen

  • Maresch, W., Schertl, H.-P., Medenbach, O. Gesteine. Systematik, Bestimmung, Entstehung. 3. Aufl. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung. Stuttgart, 2016.
  • Rothe, P. Gesteine. Entstehung – Zerstörung – Umbildung. 3. Aufl. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Darmstadt, 2010.
  • Schumann, W. Der große BLV Steine- und Mineralienführer. Das Standardwerk. 9. Aufl. BLV Bucherverlag GmbH&Co. KG. München, 2013.
  • Schumann, W. Mineralien & Gesteine. 15. Aufl. BLV Bucherverlag GmbH&Co. KG. München, 2012.

Autor:innen

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Dieser Artikel wurde erstellt von:
Friedericke Knauss, Simon Prochaska, Julia Holzmüller