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===Abschleifen und Läppen des Dünnschliffs=== | |||
In diesem letzten Schritt ist das Ziel eine möglichst feine Oberfläche herzustellen. Hierfür werden wieder Körnungen aus zum Beispiel Diamant oder Aluminiumoxid verwendet. Diese sind oft in einer Suspension gelöst und wirken gemeinsam mit einem speziellen Poliertuch, einem Kühlmittel und einer sehr kleinen Menge Schmiermittel. | |||
Würde man errechnen wie viele Möglichkeiten es gibt zu geowissenschaftlichen Zwecken zu polieren. Würden die möglichen Vorgehensweisen in die tausende gehen. Da es so viele Möglichkeiten von unterschiedlichsten Firmen gibt. Hier sind zuerst die Poliertücher (Seide, Azetat, Polyester, Neopren, etc.) zu unterscheiden. Manche haben längere Fasern, andere sind perforiert, einige sind gewebt, andere geflockt. Suspensionen sind in Härte des Poliermittels, Konzentration, Korngröße, Basis (Alkohol, Öl, Wasser) und poly-/monokristallin ebenfalls zu unterscheiden. Ähnliches gilt auch für Polierpasten, -pulver oder -sprays, die alternativen zu einer Suspension bilden. Hinzuzufügen sind auch Komplettlösungen (Suspension, Schmier- und Kühlmittel vorgemischt) die sich auch in Mischungsverhältnissen unterscheiden können. | |||
Wenn man aber einmal alle Zutaten für eine saubere Politur zusammen hat. Kommen maschinelle Einstellungen hinzu. Und da jede Generation an Maschinen nicht nur genauer und ausgefeilter wird, sondern die Geräte auch an neuen Einstellungen gewinnt. Kommen entsprechend neue Varianten hinzu, die neue Möglichkeiten geben. Natürlich lassen sich diese auch in einem gewissen Rahmen an einer manuellen Maschine nachbilden. | |||
Würde man jetzt all diese Möglichkeiten durch gehen und ein paar ausprobieren könnte man sicherlich eine Möglichkeit finden die für ein Material der Best mögliche Weg ist eine polierte Oberfläche herzustellen. Allerdings hätte man dann eine Methode die für alle Materialien funktioniert die dieselbe Härte, Spaltbarkeit, Brucheigenschaften, Löslichkeiten und denselben Anspruch in der späteren Analytik haben. Da diese Spezifikationen jedoch oft schon innerhalb eines einzelnen Schliffs ungleichmäßig sind. Wird im Allgemeinen eine Verfahrensweise entwickelt die für den Querschnitt der aufkommenden Proben das Ergebnis liefert das für gewöhnlich für die Analytik angemessen ist. Dabei können ein paar Möglichkeiten gelassen werden, zu variieren und sich etwas an die einzelnen Proben anzupassen. Jedoch ist eine einwandfreie Anpassung oft nur möglich, wenn Zeit und Material für Tests investiert wird, und ein hohes Probenaufkommen mit einheitlichen Spezifikationen vorauszusehen ist. | |||
Während der Arbeit an der Poliermaschine ist unabhängig von der Verfahrenswiese immer auf Reinheit zu achten. Korngrößenverschleppung und Verunreinigungen sind unbedingt zu vermeiden, da ein Poliertuch welches einmal kontaminiert wurde, kaum zu reinigen ist. Das Gewebe wird ja bewusst so hergestellt ist, dass Körner gespeichert werden und möglichst lange auf dem Tuch verbleiben. Um auf diese Art Poliermittel zu sparen. Auch kann es zu Kontamination durch Staub kommen. Eine Endpolitur hat eine Korngröße <1µm zum Vergleich, normaler Hausstaub welcher auch mehrere Tage in der Luft bleiben hat ca. 1µm und normaler Gesteinsstaub wie er im geowissenschaftlichen Labor üblich ist hat bis zu 20µm. Schlussendlich spielt Glück in jede gute Politur mit hinein. Dennoch gibt es Maßnahmen Kontaminationen zu vermeiden. | |||
*Poliertücher nicht waschen, sondern lediglich bei hoher Umdrehung in der Maschine trocken laufen lassen | |||
*Nur mit sauberen und frischen Latexhandschuhen auf das Tuch fassen | |||
*Soweit möglich von unten und am Rand greifen und halten | |||
*Die Tücher immer sachgerecht in dem ihm zugeordneten Fach lagern | |||
*Bei jedem Wechsel auf feineres oder weicheres Korn, Probenhalter und Proben im Ultraschallbad reinigen | |||
*Falls Arbeitsmittel verwendet werden die mit dem Poliermittel in Kontakt waren diese tauschen oder ebenfalls gründlich im Ultraschallbad reinigen | |||
*Maschine sauber halten | |||
*Sicherstellen das meine Proben so gut wie möglich imprägniert sind, denn auch ausbrechende Körner der Probe können das Poliertuch verunreinigen und meine Oberfläche zerkratzen | |||
*Falls es dennoch zu massiven Ausbrüchen kommt müssen die Schliffe beschichtet werden, um die Probe mit zusätzlichem Harz zu stabilisieren (Bei Anschliffen häufiger) | |||
*Auf Unregelmäßigkeiten achten (Geräusche, Geruch, Optik des Tuchs, Lauf des Probenhalters und der Arbeitsscheibe, Optik des Poliermittels…) | |||
*Lange Haare zusammenbinden | |||
Um das Poliertuch zu schonen sollten keine scharfkantigen Schliffe, wo vielleicht schon beim Glas eine Ecke abgebrochen ist aufs Poliertuch kommen. Lieber abstumpfen und eine kleine Ecke der Probe wegschleifen. Auch sollten keine Tücher verwendet werden die bereits Kratzer oder andere Beschädigungen, da das wiederum die Schliffe zerkratzen kann. Auch sollten Poliertücher ausgetauscht werden, die bombiert sind. Das kann passieren, weil nach einer Zeit Rückstände in die Verklebung gelangen können und sich dort unters Gewebe gegraben haben. Oder wenn ein Tuch nicht auf der gesamten Fläche gleichmäßig genutzt wird. | |||
Da sich Suspensionen sehr ähneln beim umfüllen immer auf korrekte Beschriftung mit Permanentmarker oder Lackstift achten. | |||
Die aktuelle Qualität der Politur wird im Mikroskop geprüft. Hier sollte um Fortschritt zusehen immer Bedacht werden mit welcher Vergrößerung ich gerade schaue. Eine gleichmäßige Politur lässt sich daran erkennen, dass auf die gesamte Oberfläche gleichmäßige Rauigkeit hat. Eine Einschätzung welche Politur aktuell gegeben ist, basiert entweder auf Erfahrungswerten oder muss durch ein Ausmessen der Ausbrüche erreicht werden. Varianzen zwischen unterschiedlichen Mineralen sind möglich und abhängig von den Brucheigenschaften zuweilen nicht vermeidbar, sollten aber reduziert werden. | |||
Beachte: | |||
*Dicke ebenfalls prüfen, auch Polituren haben einen Abtrag | |||
*Zu langes Polieren begünstigt die Reliefbildung | |||
*Auf Sauberkeit achten | |||
*Schliffe nicht stapeln, und mit der polierten Seite nach oben ablegen | |||
*Sicherheitsanweisungen der beteiligten Chemikalien beachten | |||
*Keine Eile! | |||
Ist ein Schliff älter oder wurde zur Analyse bedampft, kann es nötig sein nachzupolieren oder die Politur vollständig zu erneuern. Um einen angelaufenen oder bedampften Schliff wiederherzustellen reicht eine kurze erneute Endpolitur. Ist ein Schliff aber lange im Gebrauch kann es auch nötig sein noch einmal ganz neu zu polieren, wenn zum Beispiel Kratzer endstanden. In diesem Fall muss sogar damit begonnen werden die alte Politur und die Beschädigungen mit dem feinsten Läppkorn vorsichtig zu entfernen. Dann nach wird erst mit der neuen Politur begonnen. Um auf diese Situation vorbereitet zu sein ist es von Vorteil bei Erstellung des ursprünglichen Schliffs die Zieldicke etwas höher auf 30µm festzulegen um später mehr Spielraum und die Möglichkeit einer neuen Politur zu haben. | |||
==Lehrveranstaltung== | ==Lehrveranstaltung== | ||
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==Autor:innen== | ==Autor:innen== | ||
{{Autor|1=Donjá Aßbichler, Aline Vogel, Namvar Jahanmehr, Smilla Kohl, Lea Schad}} | {{Autor|1=Donjá Aßbichler, Aline Vogel, Namvar Jahanmehr, Smilla Kohl, Lea Schad, Luise Harmsen}} | ||
[[Kategorie:Probenaufbereitung Methoden]] | [[Kategorie:Probenaufbereitung Methoden]] | ||
[[Kategorie:Probenaufbereitung nach Präparationsmethode]] | [[Kategorie:Probenaufbereitung nach Präparationsmethode]] | ||
[[Kategorie:Analytik Methoden]] | [[Kategorie:Analytik Methoden]] | ||