Winkelmessungen im Dünnschliff

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Bei der Mineralbestimmung sollten stets charakteristische Winkel, wie etwa Kristallflächen, Spaltwinkel, Auslöschungsschiefe oder Zwillingsverwachsungen in die Beschreibung mit aufgenommen werden. So lassen sich z.B. Pyroxene und Amphibole anhand ihrer Spaltwinkel voneinander unterscheiden oder einzelne Amphibole anhand ihrer Auslöschungsschiefe genauer charakterisieren.

Voraussetzungen

Für eine Winkelmessung im Dünnschliff muss der drehbare Objekttisch des Mikroskops mit einer Skala mit 360°-Teilung versehen sein. Zudem muss eine Bezugsrichtung, z.B. durch das Fadenkreuz eines Spezialokulars gegeben sein. Für eine möglichst exakte Messung sollte zuvor die korrekte Zentrierung des Mikroskops überprüft werden.

Beachte: Stets vorsichtig den Objekttisch drehen und nicht dagegen drücken!
Sollte sich der Dünnschliff nicht mitdrehen, ist meist der Kondensor zu weit oben und muss abgesenkt werden.
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Messung

Zur Messung eines Winkels verschiebt man nun den Dünnschliff, sodass der Schnittpunkt zweier Flächenspuren (1 und 2 in Abbildung) mit dem Schnittpunkt des Fadenkreuzes übereinstimmt. Diese zwei Flächenspuren, z.B. Spaltbarkeiten, sollten dabei möglichst dünn und scharf erscheinen.
Zuerst muss eine der Spaltbarkeiten mit einem beliebigen Faden des Fadenkreuzes zur Deckung gebracht werden und der erste Winkelwert A am Nonius (Feststellschraube an der Seite des Objekttisches) abgelesen werden. Anschließend dreht man den Objekttisch bis der zweite Spaltriss mit dem selben Faden zur Deckung kommt und ließt den zweiten Winkelwert B ab. Der gesuchte Winkel errechnet sich dann aus der Differenz zwischen den Ablesewerten A und B.

Durchführen einer Winkelmessung im Dünnschliff, verändert nach Raith (2011), bearbeitet von K. Maetschke, 2019
Tipp: Da Minerale im Dünnschliff meist schräg angeschnitten sind, sollten
Winkelmessungen stets an mehreren verschiedenen Körnern vorgenommen und anschließend ein Mittelwert gebildet werden.
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Literatur

  • Tröger, W.E. (1982): Tabellen zur optischen Bestimmung der gesteinsbildenden Minerale. Schweizerbart´sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart
  • Raith, M.M., Raase, P., Reinhardt, J. (2011): Leitfaden zur Dünnschliffmikroskopie
  • Stosch, H.-G. (2009): Skript zur Kristalloptik II – Mineralmikroskopie


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Dieser Artikel wurde erstellt von:
C. Poetsch, L. Seybold