Oolith

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Oolith
Geogenese
Gesteinsgruppe

Sedimentite

Mineralbestand
Hauptgemengteile

Calcit, Aragonit, Dolomit, Brauneisenminerale

Nebengemengteile

Quarz


Oolith (Eierstein, aus griechisch ᾠόν oon, ‚Ei‘ und λίθος lithos, ‚Stein‘) ist ein Sedimentgestein, das aus kleinen Mineralkügelchen (Ooiden) besteht.

Gefüge, Struktur und Textur

Oolithe sind korngestützte, sehr gut sortierte chemische Sedimentgesteine, die hauptsächlich aus Ooiden aufgebaut sind. Oolithe treten sowohl ungeschichtet innerhalb von dünnbankigen bis massigen Schichten auf, als auch geschichtet und mit verschiedenen Sedimentgefügen wie Schräg- und Kreuzschichtung sowie Rippelmarken. Viele Oolithe sind aus Calcit aufgebaut, es existeren jedoch auch Kieseloolithe und rotbraune oolithische Eisensteine.

Entstehung

Oolithe entstehen unabhängig vom Salzgehalt im bewegtem Flachwasser in ariden Klimabereichen, vor allem den Tropen. Wenn diese Gewässer CaCO3-übersättigt sind (z. B. durch langsames Austrocknen oder einen Anstieg des pH-Werts infolge einer sinkenden Kohlensäurekonzentration durch Erwärmung des Wassers), fällt das Karbonat aus und wächst an kleine Partikel (z. B. Quarz- oder Calcitkörner), die sich durch die Wasserbewegung in der Wassersäule befinden. Sobald die Partikel bei konstanter Strömungsenergie zu groß und entsprechend zu schwer werden oder die Strömungsenergie abnimmt, sinken sie zu Boden. Ihr Wachstum stoppt.

Anschließend werden diese Ooide entweder an Ort und Stelle sedimentiert und diagenetisch verfestigt oder vor der Diagenese umgelagert. Zum Schluss entsteht während der Diagenese ein Oolith.

Erscheinungsformen

Oolithe treten als Sedimentgesteine mit sandkorngroßen Partikeln in verschiedenen Formen auf, die typisch für diese Korngröße ist. Dazu zählen äolische und schräg geschichtete Sanddünen, flächig ausgedehnte Bänke mit Schrägschichtung und Wellenrippeln, als mächtige marine Bildungen mit und ohne Schrägschichtung oder auf Gezeitenflächen.

Fundorte und Vorkommen

Oolith mit fining-upwards-Gradierung
Oolith des Unteren Buntsandsteins (basale Bernburg-Formation). Die das Gestein aufbauenden Ooide zeigen eine fining-upwards-Gradierung. Handstück ca. 20 cm hoch; Tontagebau Beesenlaublingen bei Halle a d. Saale.

Fundorte von Oolithen in Bayern befinden sich unter anderem in den nördlichen Kalkalpen und der Frankenalb (genaue Lokationen bitte ergänzen!). Nördlicher in Deutschland sind im Weserbergland bei Rinteln Korallenoolithe des Malms aufgeschlossen. Außerdem gibt es nördlich von Halle (Saale) Oolithe des Buntsandsteins, die terrestrisch-lakustrin innerhalb von Sabkhas entstanden sind.

Weltweit treten Oolithe darüber hinaus zum Beispiel in Südost-Spanien im Nationalpark Cabo de Gata als marine Ablagerungen und mehrere Meter hohe äolisch aufgeschüttete Dünen auf.

Oolithische Eisensteine treten im Jura in Mitteleuropa und im Ordovizium auf.

Klassifikation

Oolithe können nach verschiedenen Methoden zur Karbonatklassifikation eingeteilt werden. Gut eignet sich die Klassifikation nach Folk. Daneben existieren Klassifikationen nach Leighton und Pendexter und nach Dunham.

Außerdem ist es möglich, Ooide nach Korngröße in Ooide < 2 mm, Pisoide > 2mm und Rindenkörner einzuteilen, von denen letztere nur eine einzelne Zementschicht besitzen.

Mineralbestand und Chemismus

Das Gestein wird primär aus Calcit aufgebaut, kann aber sekundär silifiziert oder dolomitisiert werden. Die daneben existierenden oolithischen Eisensteine bestehen aus (rot-)braunen Eisenmineralen wie Hämatit, Brauneisen und Eisenchlorit.

Verwendung

Oolithe werden in der Industrie für Betonbau und Straßenbau z. B. Beimischung im Asphalt oder Bestandteil des Unterbaus verwendet.

Referenzen

  • Vinx, R. (2011). Gesteinsbestimmung im Gelände, 3. Auflage. Heidelberg: Spektrum
  • Tucker, M. E. (1985). Einführung in die Sedimentpetrologie. Stuttgart: Ferdinand Enke Verlag
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Dieser Artikel wurde erstellt von:
Hagen