Sedimentäre Gesteine

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Rezente Bildung fluvialer Sedimente entlang der Ammer und Aufschluss diagenetisch verfestigter und überkippter Gesteine der Unteren Süßwassermolasse im Übergang zur Unteren Meeresmolasse. Photo von Wolfgang Stoiber.
Rezente Bildung fluvialer Sedimente entlang der Ammer und Aufschluss diagenetisch verfestigter und überkippter Gesteine der Unteren Süßwassermolasse im Übergang zur Unteren Meeresmolasse. Photo von Wolfgang Stoiber.

Sedimentäre Gesteine (sedimentary rocks) sind Gesteine, die an der Erdoberfläche schichtweise als Lockermaterial abgelagert werden und erst durch die Diagenese zu Festgesteinen werden. Sie bedecken etwa 75 % der Erdkruste, ihr Volumenanteil beträgt allerdings nur ca. 5%.

Es werden nach Art des Lockermaterials drei Arten der Sedimente unterschieden: Klastische, chemische und biogene Sedimente. Je nach Ablagerungsmilieu erfolgt die weitere Unterscheidung in terrestrische und marine Sedimente.

Jedes sedimentäre Gestein hält eine Bandbreite an Informationen zu Klima- und Lebensbedingungen in der geologischen Vergangenheit bereit. Durch Klick auf die Felder gelangst du zu den Informationsseiten der Gruppen sedimentärer Gesteine und kannst mehr zu den zugehörigen Gesteinsarten und ihrer Bildung erfahren.

Besonderheiten zur Gesteinsansprache von Sedimenten und Sedimentgesteinen erhältst du hier.


Klastische Sedimente

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Klastische Sedimente bestehen aus Klasten, d.h. Abtragungsschutt (Detritus) bestehender Gesteine.

Zum einen kann man die klastischen Sedimente anhand ihrer Genese bzw. des zur Ablagerung vorherrschenden Transportmediums aquatische (Steine und Sand), glaziäre (Tille), äolische (Sand und Löss) und gravitative (Hangschutt) klastische Sedimente. Andererseits unterscheidet man nach Ablagerungsraum marine, litorale und terrestrische Sedimente.

Vor allem in der Ingenieurgeologie spielt die Einteilung nach der Korngröße eine große Rolle. Man unterscheidet Pelite (z.B. Silt- und Tonsteine), Psammite (Sandsteine) und Psephite (grobkörnige Konglomerate und Brekzien).



Chemische Sedimente

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Chemische Sedimente bestehen aus anorganischen Fällungsprodukten, die z.B. bei der Eindampfung von Meerwasser entstehen. Dabei bilden sich in der Evaporitfolge Karbonatgesteine, Dolomit, Gips, Anhydrit, Steinsalze und schließlich Edelsalze.

Auch in Böden bilden sich chemische Sedimente, dann meist in Form von Konkretionen oder Knollen. Häufig sind z.B. Phosphoritkonkretionen oder Hornsteinknollen (aus silikatischem Material).

Viele Evaporite haben diagenetische Prozesse durchlaufen. Dabei bilden sich sekundäre Evaporite heraus. So werden Dolomite oder Anhydrite meist erst diagenetisch bzw. durch Versenkung gebildet.


Biogene Sedimente

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Biogene Sedimente bestehen aus mineralischen Hartteilen oder der organischen Substanz von Tieren oder Pflanzen. Zudem werden Gesteine, die unter massivem Zuwirken von Bioorganismen gebildet werden, zur Gruppe der biogenen Sedimente gezählt.

Zu den biogenen Sedimenten zählen viele Karbonatgesteine (Kalksteine und Dolomite), Hornsteine (Radiolarit, Chalcedon, Diatomit, Spiculit) und Kaustobiolothe (Kohle, Erdöl und Erdgas).


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Referenzen

Scholz, H und Lempe, B. (2018). Skriptum für die Vorlesung „Sedimentpetrologie“ Sedimentgesteine, Sedimente, Sedimentite oder Absatzgesteine (unpublished).


Weitere Informationen und Literatur

Allgemein:

Tucker, M. E. (Ed.). (2009). Sedimentary petrology: an introduction to the origin of sedimentary rocks. John Wiley & Sons.

Klastische Sedimente:
Karbonatgesteine:
Folk, R. L. (1959). Practical petrographic classification of limestones. AAPG Bulletin, 43(1), 1-38.
Dunham, R. J. (1962). Classification of carbonate rocks according to depositional textures.
Tucker, M. E., & Wright, V. P. (2009). Carbonate sedimentology. John Wiley & Sons.
Flügel, E. (2013). Mikrofazielle Untersuchungsmethoden von Kalken. Springer-Verlag.
Chemische Sedimente/Evaporite:
Warren, J. K. (2006). Evaporites: sediments, resources and hydrocarbons. Springer Science & Business Media.


Lehrveranstaltungen

P1 Geomaterialien (Bachelor)
P3 Gesteine (Bachelor)
Sedimentpetrologie (Bachelor)


Autor:innen

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Dieser Artikel wurde erstellt von:
Paula Dörfler