Aufschlussbeschreibung

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Wolf Valley, Geländeübung Iran (D. Aßbichler, 2019).

Die Aufschlussbeschreibung ist eine Dokumentation der geologischen Verhältnisse eines Aufschlusses. Anhand dieser sollten andere Geologen in der Lage sein, die Lagerungsverhältnisse der Gesteine und Ablagerungen nachzuvollziehen. Sie dient außerdem als Grundlage nachfolgender Interpretationen. Ergänzt wird die Aufschlussbeschreibung durch eine ausführliche Gesteinsbeschreibung.

Beispiel für die Informationen, die zu jedem Aufschluss im Feldbuch erfasst werden sollten (L. Sidorenko 2020).

Zu einer vollständigen Aufschlussbeschreibung gehört auch immer eine übersichtliche Aufschlussskizze.


Materialen

Die Ausrüstung, die ihr für die Aufschlussbeschreibung idealerweise mit euch führen sollt, unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von eurer normalen Geländeausrüstung. Sie kann allerding je nach dem Ziel der geologischen Untersuchung variieren. Soll ein genereller Überblick geschaffen werden, genügt es üblicherweise (neben dem Feldbuch) ein Handy für Fotos und evtl. GPS sowie einen Geologenhammer mitzuführen. Zur Gesteinsansprache benötigst du außerdem eine Lupe und verdünnte Salzsäure. Liegt der Fokus beispielsweise auf der Strukturgeologie, ist ein Geologenkompass unerlässlich.

Für eine umfassende Aufschlussbeschreibung benötigt ihr Folgendes:

  • Geologenhammer
  • GPS-Gerät/App fürs Handy (z.B. ViewRanger, Maps.Me, FieldMove Clino)
  • Kamera/Handy
  • Kompass/App fürs Handy (z.B.: FieldMove Clino, Geological Compass)
  • Lupe
  • Meterstab/Maßband
  • Verdünnte Salzsäure (10%ig)

Bestandteile

Prinzipiell dürfen folgende Bestandteile in der Aufschlussbeschreibung nicht fehlen:

  • Datum
  • Ort/Wetter
  • Koordinaten
  • Zugänglichkeit
  • Größe und Art des Aufschlusses
  • Orientierung (Himmelsrichtungen)
  • Beschreibung der Strukturen (d.h. Störungen, Überschiebungen, etc.)
  • Beschreibung der einzelnen Schichten und Gesteinsbeschreibung
  • Anfertigen einer Aufschlussskizze

Vorgehen

Für eine umfassende Aufschlussbeschreibung ist eine genaue Betrachtung der geologischen Verhältnisse nötig. Die Aufnahme dieser Feldinformationen stellt außerdem die Grundlage für folgende Interpretationen dar.

Tipp:
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Je mehr Informationen und Beobachtungen du im Gelände notierst, desto leichter schreibt sich später der Geländebericht.


Grundlegende Informationen (Datum, Ort, Wetter, Koordinaten, Zugänglichkeit)

Zu den Grundlegenden Informationen, die an jedem Aufschluss notiert werden sollten, gehören Datum, Ort und Wetter, sowie die Koordinaten und Informationen zur Zugänglichkeit. Informationen zum Wetter, dienen dazu, dass später beispielsweise der Einfluss auf das Gestein geschlussfolgert werden kann (z.B. veränderlich festes Gestein zerfällt bei Wasserkontakt leicht, ein humideres Klima führt üblicherweise zu einer stärkeren Verwitterung der Ablagerungen). Die Koordinaten und die Zugänglichkeit sind nützlich, damit der Aufschluss für weitere Untersuchungen erneut besucht werden kann. Hierbei sollte eine ausführliche Beschreibung anhand möglichst langlebiger Merkmale erfolgen, sodass auch Personen, welche den Ort zuvor noch nicht aufgesucht haben, die ausgewählte Stelle besuchen können. Auch die Information zur Befahrbeikeit von Wegen sowie Parkmöglichkeiten sind für kommende Generationen nützlich.

Genereller Überblick

Bei einer Aufschlussskizze geht man in der Regel „vom Großen ins Kleine“, d.h. es erfolgt zunächst ein genereller Überblick. Dazu werden zunächst die Größe, die Art (z.B. zehn Meter hoher Straßenanschnitt, ehem. Steinbruchwand) und der Zustand (z.B. verwittert, frisch, etc.) notiert. Es folgt die Orientierung des Aufschlusses, die dabei hilft, sich später über die Lagerungsverhältnisse der einzelnen Schichten klar zu werden und beispielsweise z.B. eine Mulde oder eine Überkippung festzustellen.

Geologische Strukturen

Danach sollten zunächst geologische Strukturen genauer betrachtet werden, welche die Lagerungsverhältnisse des Aufschlusses vorgeben. Wichtig sind hier vor allem Falten (Faltenachse, Faltenschenkel), Störungen, Überschiebungen und eine durchgängige Klüftung. Hier kann auch das Einmessen der Strukturen des Aufschlusses mithilfe eines Geologenkompasses erfolgen.

Achtung:
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Meist reicht es nicht aus, z.B. die Störungsfläche nur an einer Stelle einzumessen, da die Lagerungsverhältnisse zum Teil stark variieren können. Es sollten daher immer mehrere Messungen je Struktur durchgeführt werden!


Beschreibung der Gesteinseinheiten

Im Anschluss folgt die Aufnahme der einzelnen, im Aufschluss zu sehenden Gesteinseinheiten/Schichten. Hierbei können besonders Materialwechsel, Korngrößenwechsel, oder Farbunterschiede, etc. wichtige Hinweise geben, um unterschiedliche Gesteinseinheiten zu bestimmen. Je nach dem Zweck, oder der Zeit, die für die Aufschlussbeschreibung zur Verfügung steht, kann es sich dabei um eine grobe Beschreibung handeln, oder aber mehr ins Detail gegangen werden.

Tipp:
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Gerade bei (Einführungs-)Exkursionen ist es wichtig sich zunächst einmal einen Überblick zu verschaffen und sich dann auf einzelne Gesteine zu fokussieren.


Gesteinsbeschreibung

Neben der Beschreibung der Lagerungsverhältnisse erfolgt üblicherweise auch eine Gesteinsbeschreibung mit den üblichen Kriterien. Diese sind unter anderem die Komponentengrößen und Gesteinsfarbe sowohl im frischen Bruch als auch im verwitterten Zustand. Besondere Merkmale können Verfärbungen (decolorations), Alterationen (alterations), Klüfte (joints), Austrocknungs- und Ausfällungserscheinungen, besondere Sedimentstrukturen, Mineralanreicherungen oder tektonische Auffälligkeiten u.v.m. beinhalten.

Zusätzlich wird eine Aufschlussskizze und evtl. Detailskizzen angefertigt, sowie die Position der Gesteine in einer Übersichtsskizze vermerkt (z.B. bei Kartierungen). Außerdem werden ggf. entnommene Proben notiert und deren Entnahmeposition ebenfalls in der Skizze dokumentiert.

Interpretation

Im Anschluss können die gewonnenen Informationen interpretiert werden. Dies kann sich auf einzelne Aufschlüsse beschränken, oder mehrere Formationen umfassen und sollte mithilfe von Fachliteratur gestützt werden.

Achtung:
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Verwendete Literatur muss immer als solche im Text und im Literaturverzeichnis gekennzeichnet werden!


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Weitere Informationen und Literatur


Autor:innen

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Dieser Artikel wurde geschrieben und gegengelesen von:
Lena Able, Paula Dörfler, Donjá Aßbichler
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